2025 war das Jahr der „KI-Experimente“.
Da saß der eine Chef abends mit ChatGPT am Küchentisch und bastelte an einer Angebotsmail. Der andere schwor: „Wir nutzen keine KI – brauchen wir auch nicht.“
Und dann schaust du in die Werkstatt oder ins Büro – und stellst fest: Deine Mitarbeiter arbeiten längst mit Software, die KI-Funktionen integriert hat. Automatische Aufmaß-Berechnung, smarte Routenplanung, digitale Buchhaltung – überall steckt KI drin. Nur weiß es kaum jemand.
Und hier beginnt das Problem: Ob du’s weißt oder nicht – die Verantwortung liegt bei dir.
Mit der EU-KI-Verordnung wird spätestens 2026 klar: Handwerksbetriebe müssen nachweisen, wie KI im Unternehmen eingesetzt wird. Auch wenn’s „nur“ in der Branchensoftware ist.
Zwei Arten von Chefs – beide im Risiko
Ich erlebe in Beratungen immer wieder zwei Extreme:
👉 Typ 1: „Wir nutzen keine KI.“ – Stimmt nicht. Die Software tut es längst.
👉 Typ 2: „KI nutze nur ich.“ – Auch falsch. Die Mitarbeiter sind schon viel weiter.
In beiden Fällen fehlt der Überblick. Und wer keinen Überblick hat, kann auch keine Regeln aufstellen.
Ein Praxisbeispiel
Ein Elektrobetrieb, den ich begleite, hatte keine Ahnung, dass das Aufmaß-Tool KI-gestützt Daten verarbeitet. Ein Geselle nutzte es begeistert – der Chef wusste nichts davon.
Problem: Es wurden personenbezogene Daten in die Cloud geladen, ohne Prüfung. Wäre das aufgefallen, hätte der Chef allein gehaftet.
Warum eine KI-Strategie Pflicht wird
- Rechtliche Sicherheit: Die EU-KI-Verordnung verlangt Transparenz und Dokumentation.
- Mitarbeiterkontrolle: Ohne klare Regeln nutzen Mitarbeiter Tools nach Bauchgefühl - und du haftest.
- Effizienz nutzen: Mit Strategie sparst du Zeit bei Angeboten, Rechnungen und Planung - ohne Chaos.
- Kundensicherheit: Deine Kunden erwarten, dass ihre Daten sicher sind.
Dein Fahrplan für 2026
- Bestandsaufnahme: Welche Funktionen stecken schon in eurer Software?
- Überblick schaffen: Welche Tools nutzen die Mitarbeiter zusätzlich (ChatGPT, Apps, Automatisierungen)?
- Regeln festlegen: Wer darf welche Tools wie einsetzen?
- Schulungen durchführen: Damit KI nicht zum Risiko, sondern zur Chance wird.
- Dokumentation beginnen: Pflichterfüllung nach KI-Verordnung – und dein Sicherheitsnetz im Ernstfall.
2026 wird das Jahr, in dem KI im Handwerk Alltag wird – ob du willst oder nicht.
Der Unterschied liegt darin, ob du unkontrolliert hineinstolperst oder mit einer klaren Strategie Chancen nutzt und Risiken minimierst.
Mein Tipp: Warte nicht, bis dich ein Auditor oder die Aufsichtsbehörde darauf stößt. Fang jetzt an, deine KI-Hausaufgaben zu machen.